Archiv & Rückblick
Rückblick
„Europa und Hoffnung“
21. Salzburg Europe Summit, 28. bis 30. September 2025
Die Europäische Union und Europa stehen vor schwierigen Herausforderungen und Problemen, die – so scheint es – ohne tiefgreifende Reformen der EU kaum zu bewältigen sind.
In mehreren Dialog-Veranstaltungen diskutierten hochrangige Vertreterinnen und Vertretern der heimischen und europäischen Politik, Diplomatie, Wissenschaft und Wirtschaft über aktuelle Themen und Herausforderungen.
Programm-Rückblick 2025
>>> Eröffnung Kunstausstellung „Europäische Regionalkultur“
>>> IRE-Forum „Die Herausforderungen des demographischen Wandels in der EU“
>>> Jugendforum „Jugend, Europa & Demokratie“
>>> Kolloquium „Haltung, Orientierung, Hoffnung“
>>> 30 Jahre Österreich in der EU „Europa und Hoffnung“
>>> Dialog I „Europa – ist Hoffnung angebracht“
>>> Dialog II „Moldau nach der Wahl: Hoffnung auf EU-Erweiterung“
>>> Dialog III „Versorgungssicherheit in Europa“
>>> Dialog IV „Mobilität als Motor Europäischer Integration“
SPEZIAL – Kunstausstellung
Eröffnung „Europäische Regionalkultur“
Sonntag, 28. September 2025
11.00 Uhr
Salzburg Congress, Mozartsaal
Auerspergstraße 6, 5020 Salzburg
Kunstausstellung mit Künstlerinnen und Künstlern aus Brčko Distrikt, Bosnien Herzegowina. In Kooperation mit dem kroatischen Kulturverein HKD „Napredak“ Sarajevo, Podružnica Brčko Distrikt BiH.
Das Institut der Regionen Europas (IRE) präsentiert im Rahmen des „Salzburg Europe Summits“ regionale europäische Kunst und Kultur, die Verbindung von Geschichte und Moderne und die regionale kulturelle Vielfalt Europas. Zoran Šijakovic, IRE-Sonderberater für Regionalkultur, kuratierte die Ausstellung. Eröffnet in Anwesenheit politischer und diplomatischer Vertreterinnen und Vertreter von Lettland und Österreich, sowie der Künstlerin.
BEGRÜSSUNG
Franz Schausberger
Vorsitzender des Instituts der Regionen Europas (IRE)
Siniša Bencun
Botschafterin von Bosnien und Herzegowina
ERÖFFNUNG
Mirko Mečić
Präsident von Napredak, Brčko Distrikt, Bosnien und Herzegowina
Stefan Schnöll
Landeshauptfrau-Stellvertreter von Salzburg, zuständig u.a. für Kultur
Künstlerischer Leiter
Dusko Samardzija
HKD „Napredak“, Brčko Distrikt, Bosnien und Herzegowina
IRE-FORUM
Die Herausforderungen des demographischen Wandels in der EU
Sonntag, 28. September 2025
15.00 Uhr
Salzburg Congress
Auerspergstraße 6, 5020 Salzburg
Der demographische Wandel in Europa in den vergangenen Jahrzehnten ist von mehreren Entwicklungen geprägt. Diese Entwicklungen, wie zum Beispiel die Veränderung des Familienbildes, haben Auswirkungen auf die Sozialstruktur und Familienpolitik vieler Staaten. Vor allem in Ländern Westeuropas ist die Bevölkerung aufgrund niedriger Geburtenraten bei höherer Lebenserwartung als früher deutlich gealtert. Diese Alterung der Bevölkerung bringt auch erhebliche Herausforderungen bei der Finanzierung der Pensions- und Gesundheitsversorgung mit sich. Auch Migration und Zuwanderung spielen eine Rolle in der Veränderung der Gesellschaft. Zuwanderung hilft einerseits, die problematische Bevölkerungsentwicklung zu stabilisieren, andererseits stellen viele integrationsrelevante Fragen die Politik und Gesellschaft vor Herausforderungen. In zahlreichen ländlichen und peripheren Regionen sinkt die Bevölkerung, da viele junge Menschen in die Städte ziehen oder ins Ausland auswandern, während in Großstädte die Bevölkerung stark zunimmt. Dies verstärkt das Ungleichgewicht zwischen städtischen und ländlichen Gebieten.
Insgesamt ist der demographische Wandel in Europa eine komplexe Mischung aus einer alternden Bevölkerung, niedrigen Geburtenraten und Migration, was sowohl wirtschaftliche, als auch gesellschaftliche Veränderungen nach sich zieht. Besonders deutlich zeigt sich der Wandel auch im Bereich der Pflege. Immer mehr Menschen sind auf professionelle Pflege, teils rund um die Uhr, angewiesen, was den Druck auf Familien sowie Pflegekräfte erhöht. Viele Pflegeeinrichtungen kämpfen mit Personalmangel, was zu Überlastung und Stress für das bestehende Personal führt. Die Politik wirbt um Pflegekräfte aus anderen Ländern, unter anderem aus Südosteuropa und asiatischen Staaten, was wiederum dort zu demographischen Veränderungen führt. Diskutiert wird auch der verstärkte Einsatz neuer Technologien in der Pflege. Eine Branche, die aber auch sehr stark vom menschlichen Faktor lebt.
Insgesamt stehen Gesellschaft und Politik vor komplexen Fragestellungen. Diese zu beantworten versuchen wir in konstruktiver Diskussion im diesjährigen IRE-Forum.
IMPULS
Peter Lehner
Obmann der Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS), Österreich
KEYNOTE
Lisa Warth
Leiterin Abteilung „Bevölkerung“ der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen, UNECE
PODIUM
Alexander Biach
Generaldirektor der Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS), Österreich
Daniela Gutschi
Landesrätin für Gesundheit, Salzburg
Jürgen Osterbrink
Vorstand des Instituts für Pflegewissenschaft, PMU Salzburg & Director WHO CC for Nursing & Patient Safety, PMU Salzburg
Sirpa Pietikäinen (Liveschaltung nach Finnland)
Mitglied des Europäischen Parlaments & Berichterstatter Europäische Pflegestrategie, Finnland
MODERATION
Heidi Huber
Journalistin
JUGENDFORUM
Jugend, Europa & Demokratie
Sonntag, 28. September 2025
17.00 Uhr
Salzburg Congress
Auerspergstraße 6, 5020 Salzburg
Einen weiteren Höhepunkt des 21. IRE-Salzburg Europe Summit bildet der Jugenddialog, der zum dritten Mal stattfindet. Dieser Austausch in kleinem Rahmen bietet jungen Menschen, insbesondere Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden, die Möglichkeit, direkte Einblicke in die Prozesse aus dem Herzen Europas zu erhalten. Ein wichtiger Teil dieser Gespräche ist aber vor allem das Diskutieren und Austauschen über Ansichten, Zukunftsvisionen und aktuelle Krisen. Die Partizipation junger Menschen ist entscheidend für eine lebendige und zukunftsfähige Demokratie. Junge Menschen bringen frische und oft unerwartete Perspektiven und innovative Ideen in gesellschaftspolitische Diskussionen ein. Auch diesen Vorstellungen müssen wir Gehör schenken, um gegenseitiges Verständnis zu sichern und Fortschritt zu sichern.
DISKUSSIONSPARTNER
Sophia Kircher
Mitglied des Europäischen Parlaments, Österreich
MODERATION
Stephan Schweighofer
Universität Salzburg, Österreich
SPEZIAL – Kolloquium
Haltung, Orientierung, Hoffnung
Sonntag, 28. September 2025
17.00 Uhr
Salzburg Congress, Herbert-von-Karajan-Saal
Auerspergstraße 6, 5020 Salzburg
Warum die Europäische Union ihre Werte wiederentdecken muss – und wie sie das schafft.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem St.-Georgs-Orden.
KEYNOTE
Vinzenz Stimpfl-Abele
Prokurator des St.-Georgs-Orden
PODIUM
Jan Peter Balkenende
Ehem. Premierminister der Niederlande (2002–2010), Königlicher Staatsminister
Kristin de Troyer
Theologin, Universität Salzburg
Bohdan Dzyurakh
Apostolischer Exarch für die katholischen Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien
David Engels
Philosoph und Historiker
Karl Habsburg
Mitglied des Europäischen Parlaments a.D., Unternehmer, Großmeister des St.-Georgs-Orden
Franz Schausberger
Vorsitzender des Instituts der Regionen Europas (IRE)
MODERATION
Claudia Reiterer
Journalistin
Empfang des Landes und der Stadt Salzburg
Sonntag, 28. September 2025
19.30 Uhr
Salzburger Residenz, Carabinieri Saal
Residenzplatz 1, 5020 Salzburg
Empfang des Landes und der Stadt Salzburg in der alten fürsterzbischöflichen Residenz.
30 JAHRE ÖSTERREICH IN DER EU
Europa und Hoffnung
Montag, 29. September 2025
09.00 Uhr
Salzburg Congress, Europasaal
Auerspergstraße 6, 5020 Salzburg
Mit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union am 1. Jänner 1995, also vor 30 Jahren, begann ein neues Kapitel in der Geschichte unseres Landes. Die EU-Mitgliedschaft hat Österreich zahlreiche neue Chancen eröffnet, es war eine Entscheidung für Stabilität, Zusammenarbeit, Frieden und Wohlstand. Österreich hat stark von der offenen Handelspolitik der EU profitiert, für unseren Export eröffnete sich ein Zugang zu einem riesigen Markt. Österreich hat als EU-Mitglied von der stabilen Währung des Euro und der wirtschaftlichen Stärke der Union profitiert. Unser Land bekam Zugang zu verschiedenen Förderprogrammen vor allem zur Unterstützung der Landwirtschaft und der regionalen Entwicklung. Österreichische Bürgerinnen und Bürger können in anderen EU-Ländern arbeiten, leben und studieren. Durch die Teilnahme an EU-Forschungs- und Innovationsprogrammen konnte Österreich seine Position in der Wissenschaft und Technologie stärken und von finanziellen Zuschüssen profitieren. Die EU-Mitgliedschaft ermöglicht unserem Land, politischen Einfluss auf der europäischen Bühne zu nehmen, insbesondere in Fragen der Außenpolitik, des Handels und der Sicherheit.
In Zukunft müssen wir alle gemeinsam die EU kontinuierlich verbessern. So müssen etwa Bürokratie und Verwaltungsaufwand, die von den Unternehmen und Bürgern als zu bürokratisch und schwerfällig empfunden werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die die Migration: Österreich hat immer wieder Bedenken hinsichtlich der Zuwanderung auf den Arbeitsmarkt und die soziale Infrastruktur geäußert. Die europäische Agrarpolitik ist ein weiterer Streitpunkt. Österreich, das eine starke Landwirtschaft hat, fordert eine stärkere und gerechtere Unterstützung der heimischen Landwirte. Österreich unterstützt grundsätzlich den EU-Kurs in Sachen Klimaschutz, fordert aber eine stärkere Berücksichtigung der Wettbewerbsfähigkeit. Österreich fordert eine stärkere Beachtung des Subsidiaritätsprinzips, wonach Entscheidungen möglichst auf der niedrigsten politischen Ebene getroffen werden sollten. Österreich sieht in manchen Bereichen eine zunehmende Zentralisierung der Macht auf EU-Ebene.
Wir diskutieren mit den wesentlichen Akteuren beim EU-Beitritt Österreichs 1995 über ihre Ansichten, die österreichischen Perspektiven in der EU betreffend.
EUROPAHYMNE
Neue Mittelschule Musik Maxglan
BEGRÜSSUNG
Franz Schausberger
Vorsitzender des Instituts der Regionen Europas (IRE)
ERÖFFNUNG
Bernhard Auinger
Bürgermeister der Stadt Salzburg, Österreich
Karoline Edtstadler
Landeshauptfrau von Salzburg, Österreich
VIDEOBOTSCHAFT
Franz Vranitzky
ehem. Bundeskanzler der Republik Österreich (1986–1997)
PODIUM
Johannes Hahn
ehem. EU-Kommissar (2010–2024)
Waltraud Langer
Zeitzeugin, Journalistin, Landesdirektorin ORF Salzburg
Wolfgang Schüssel
ehem. Außenminister (1995–2000) und ehem. Bundeskanzler (2000–2007) der Republik Österreich
MODERATION
Andreas Heyer
Journalist, ORF Salzburg
DIALOG I
Europa – ist Hoffnung noch angebracht?
Montag, 29. September 2025
10.15 Uhr
Salzburg Congress, Europasaal
Auerspergstraße 6, 5020 Salzburg
Das vereinte Europa ist zweifellos ein faszinierendes und herausforderndes Projekt, dessen Bedeutung sich besonders in Bezug auf die gegenwärtigen geopolitischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen zeigt. Die Frage, ob Hoffnung noch angebracht ist, lässt sich aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Die politischen Spannungen innerhalb der EU und in vielen europäischen Ländern sind spürbar. Themen wie der Brexit, populistische Bewegungen, die Flüchtlingskrise, der Krieg gegen die Ukraine, die neuesten Entwicklungen in den USA, die geopolitische Lage und die Frage der europäischen Integration beschäftigen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Es gibt sicherlich Unsicherheiten darüber, wie sich Europa langfristig entwickeln wird. Durch die Finanzkrise, Pandemie, überbordende Bürokratie, Inflation und Handelskriege steht unsere Wirtschaft unter starkem Druck. Am Westbalkan gibt es bei den Beitrittskandidaten Licht und Schatten. Und politische Extreme zielen ohne Rücksicht auf die Zerstörung des friedlichen vereinten, demokratischen Europas ab.
Dennoch zeigt sich, dass die EU in der Vergangenheit immer wieder in der Lage war, sich zu reformieren und Herausforderungen zu meistern. Europa ist trotz allem eine Wirtschaftsmacht, die ihr Potential stärker ausspielen muss. Und gegenüber anderen Playern in der Weltpolitik, haben die Staaten Europas sowieso nur gemeinsam eine Chance.
Hoffnung ist angebracht – allerdings in einem realistischen Rahmen. Europa steht vor großen Herausforderungen, die aber auch erhebliche Chancen bieten, sich zu erneuern und weiterzuentwickeln. Ob diese Hoffnung Früchte trägt, wird von den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entscheidungen abhängen, die heute getroffen werden.
ERÖFFNUNG UND BEGRÜSSUNG
Bernhard Auinger
Bürgermeister der Stadt Salzburg, Österreich
Franz Schausberger
Vorsitzender des Instituts der Regionen Europas (IRE)
KEYNOTE – Österreich und Europa
Claudia Plakolm
Bundesministerin für Europa, Österreich
REDE – Europa braucht Einigkeit
Magnus Brunner
EU-Kommissar für Inneres und Migration
PODIUM – Hoffnung auf EU-Erweiterung
Josip Brkić
Stellvertretender Außenminister, Bosnien-Herzegowina
Igli Hasani
Vorsitzender des Parlamentarischen Außenpolitischen Ausschusses, ehem. Außenminister (2023–2025), Albanien
Claudia Plakolm
Bundesministerin für Europa, Österreich
TALK – Europa und Ukraine
Taras Kachka
Vize-Premierminister für Europäische Integration, Ukraine
MODERATION
Christian Ultsch
Leiter Außenpolitik und stv. Chefredakteur, Die Presse, Österreich
DIALOG II
Moldau nach der Wahl: Hoffnung auf EU-Erweiterung?
Montag, 29. September 2025
12.00 Uhr
Salzburg Congress, Europasaal
Auerspergstraße 6, 5020 Salzburg
Moldau, gelegen zwischen dem EU-Mitglied Rumänien und der Ukraine, befindet sich in einer fragilen Situation. Innenpolitisch muss der Weg der Reformen und der Anti-Korruptionsbemühungen fortgesetzt werden. Doch unterstützen die Menschen dies uneingeschränkt? Seit 2022 ist das kleine Land am Dnister zudem Kandidat für die EU-Mitgliedschaft im Rahmen der „Neuen Erweiterung“ gemeinsam mit der Ukraine und Georgien.
Derzeit steht Moldau vor erheblichen Herausforderungen, darunter wirtschaftliche Instabilität, politische Polarisierung und anhaltende Sicherheitsbedenken aufgrund der Nähe zum Konflikt in der Ukraine. Der Krieg hat zudem zu verstärkten Flüchtlingsströmen und Unsicherheiten bei der Energieversorgung geführt. Gleichzeitig bieten die europäischen Integrationsambitionen Moldaus eine entscheidende Chance, seine demokratischen Institutionen, die Rechtsstaatlichkeit und die wirtschaftliche Entwicklung zu stärken. Die politische und finanzielle Unterstützung der EU ist dabei essenziell, um Moldau zu helfen, diese Schwierigkeiten zu meistern, äußeren Druck abzuwehren und die Stabilität in der Region zu fördern.
Wirtschaftlich zählt Moldau weiterhin zu den ärmsten Ländern Europas, stark abhängig von der Landwirtschaft, Überweisungen von im Ausland arbeitenden Bürgern und begrenzter Industrieproduktion. Hohe Armuts- und Arbeitslosenquoten, besonders unter jungen Menschen, stellen weiterhin eine Herausforderung für den sozialen Zusammenhalt dar. Politisch ist das Land geprägt von häufigen Regierungswechseln, einem fragmentierten Parteiensystem und andauernden Kämpfen gegen tief verwurzelte Korruption. Die Gesellschaft ist vielfältig, aber stark entlang regionaler, sprachlicher und kultureller Linien gespalten, was politische Spannungen teilweise verschärft. Außenpolitisch ist Moldau je nach Regierung gespalten zwischen historischen Beziehungen zu Russland und den Bestrebungen nach einer engeren Integration in die Europäische Union. Dieses schwierige Gleichgewicht wird durch den ungelösten Konflikt um die abtrünnige Region Transnistrien zusätzlich erschwert. Innenpolitisch steht die Regierung unter Druck, Reformen zügig umzusetzen, um die EU-Beitrittskriterien zu erfüllen.
Auch die Energiesicherheit ist ein kritisches Thema: Moldau konnte seine Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland erheblich reduzieren. Es laufen Bestrebungen, die Energiequellen zu diversifizieren und die Energieeffizienz zu steigern, unterstützt durch umfangreiche EU-Hilfen.
Die bevorstehenden Parlamentswahlen werden weithin als entscheidender Moment für die Zukunft des Landes gesehen. Sie stellen nicht nur die Stärke der demokratischen Institutionen auf die Probe, sondern auch die Bereitschaft der Bevölkerung, Reformen und die Annäherung an die EU weiter zu unterstützen. Politische Spannungen und konkurrierende Interessen machen den Wahlprozess besonders komplex, während externe Akteure weiterhin versuchen, das Ergebnis durch Desinformation und andere Mittel zu beeinflussen. Zudem spiegelte ein kürzliches Referendum zur EU-Mitgliedschaft eine knappe 50%-Unterstützung für die europäische Integration wider.
In diesem Panel diskutieren führende Politiker, Experten und Fachleute aus der Wirtschaft, wie sich die Wahl in Moldau auf den zukünftigen Weg des Landes auswirken wird. Kann Moldau den europäischen Reformkurs und die Annäherung an die EU fortsetzen, oder sind die Störungen durch Oligarchen und externe nicht-europäische Mächte stärker? Wie einflussreich ist Europa in Südosteuropa und der Schwarzmeerregion – und was wollen die Menschen in Moldau wirklich?
IMPULS – Situation der Republik Moldau
Cristina Gherasimov (Liveschaltung nach Chișinău)
Vize-Premierministerin für EU-Integration, Moldau
PODIUM
Khatia Kikalishvili
Programmdirektorin Östliche Nachbarschaft, Zentrum Liberale Moderne Berlin
Andreas Kiefer
Ehem. Generalsekretär Congress of Local & Regional Authorities im Europarat (2010–2022)
Daniel Mușat
Regional Sales Director SEE & Romania, Serbia, Bulgaria, Zumtobel Lightning Rumänien
Brigitta Triebel (Liveschaltung nach Chișinău)
Leiterin des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Chișinău
MODERATION
Michael Martens
Korrespondent Südosteuropa, FAZ, Deutschland
DIALOG III
Versorgungssicherheit in Europa
Montag, 29. September 2025
14.15 Uhr
Salzburg Congress, Europasaal
Auerspergstraße 6, 5020 Salzburg
Die EU steht vor Herausforderungen in Bezug auf die Sicherheit ihrer Energieversorgung. Faktoren wie die COVID-19-Pandemie, die die Fragilität globaler Lieferketten offenlegte, oder Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine, der die gefährliche Abhängigkeit der EU von fossilen Brennstoffimporten verdeutlichte, sowie die anhaltende Inflation, die die Energiepreise auf dem gesamten Kontinent in die Höhe getrieben hat, spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Seit 2021 sind die Preise für Strom und Gas stark gestiegen, wobei die Gaspreise auf den Weltmärkten eine entscheidende Rolle spielen. Da Erdgas weiterhin essentiell für die Stromerzeugung ist, haben Preisspitzen auf dem Gasmarkt direkt zu erhöhten Strompreisen für Haushalte und die Industrie geführt. Die Inflation hat die Lage zusätzlich verschärft. Obwohl die Preise seit ihrem Höchststand etwas gesunken sind, liegen sie weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Krise und belasten Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen.
Als Reaktion hat die EU bedeutende Schritte unternommen, um ihre Energiesituation zu reformieren. Der im Jahr 2022 gestartete REPowerEU-Plan zielt darauf ab, die Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen noch vor 2030 zu beenden. Eine ehrgeizigere Roadmap, die 2025 eingeführt wurde, sieht den vollständigen Ausstieg aus russischen fossilen Brennstoffen und Kernmaterialien bis Ende 2027 vor, wobei die nationalen Umsetzungspläne bis Ende dieses Jahres vorgelegt werden müssen.
Im Zentrum der EU-Strategie steht der Aktionsplan für bezahlbare Energie, der sowohl kurzfristige Entlastungen als auch langfristige strukturelle Kostensenkungen anstrebt. Ergänzende Reformen des EU-Strommarktes sollen den Einfluss der volatilen Gaspreise reduzieren, indem sie Terminkontrakte, Power Purchase Agreements (PPAs) und Contracts for Difference (CfDs) fördern, um eine stabile Preisgestaltung für erneuerbare Energien zu gewährleisten.
Die Energiesicherheit ist ebenfalls zu einer Top-Priorität geworden. Regulatorische Reformen verpflichten die Mitgliedstaaten nun, ihre Gasspeicheranlagen vor dem Winter zu 90 Prozent zu füllen, und der Erdgasverbrauch ist seit 2022 um 17 Prozent gesunken. Investitionen in die Infrastruktur haben die Versorgungspfade diversifiziert.
Die EU treibt auch die Dekarbonisierung der Industrie durch den Clean Industrial Deal voran, der ehrgeizige Ziele für die Elektrifizierung der Industrie und die jährliche Installation von 100 GW neuer erneuerbarer Energiekapazitäten bis 2030 setzt. Finanzielle Instrumente wie die Industrial Decarbonisation Bank sollen saubere Technologien fördern und die grüne Transformation beschleunigen.
Der weitere Weg wirft jedoch wichtige strategische Fragen auf: Kann die EU Dekarbonisierung, Bezahlbarkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit in Einklang bringen? Ist das Tempo des Übergangs im Rahmen des Europäischen Grünen Deals wirtschaftlich und sozial nachhaltig? Was kann Österreich tun und welche Herausforderungen ergeben sich für nationale und regionale Energie- und Netzversorger?
Der langfristige Erfolg der Energieunion wird davon abhängen, wie effektiv die EU Energiehoheit, Marktliberalisierung und Umweltambitionen ausbalanciert – und dabei gleichzeitig auf geopolitische Störungen sowie die Bedürfnisse ihrer Bürger und Industrien reagiert.
KEYNOTE – Versorgungssicherheit in Europa: Hat die Geopolitik die Globalisierung beendet?
Severin Gruber
Generalsekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus, Österreich
PODIUM
Michael Baminger
Vorstandssprecher der Salzburg AG, Österreich
Gerhard Christiner
Vorstandssprecher und Technischer Vorstand Austrian Power Grid APG, Österreich
Tobias Gotthardt
Staatssekretär für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Bayern
Orkhan Zeynalov (Liveschaltung nach Baku)
Stellvertretender Minister für Energie von Aserbaidschan
MODERATION
Gundula Geiginger
Moderatorin Puls4, Österreich
DIALOG IV
Mobilität als Motor Europäischer Integration
Dienstag, 29. September 2025
15.30 Uhr
Salzburg Congress, Europasaal
Auerspergstraße 6, 5020 Salzburg
Mobilität spielt eine zentrale Rolle als Motor der europäischen Integration, indem sie verschiedene Dimensionen der Vernetzung in Europa fördert. Sie ermöglicht Freizügigkeit der Bürgerinnen und Bürger innerhalb der EU, ein zentrales Prinzip der EU. Dies bedeutet, dass Menschen ohne Einschränkungen in andere Mitgliedstaaten reisen, dort arbeiten und leben können. Mobilität macht den Arbeitsmarkt flexibler und offener und begünstigt den grenzüberschreitenden Handel und Investitionen. Im Bereich Bildung und Forschung fördern Programme wie Erasmus+ und Horizon 2020 die Mobilität von Studierenden, Lehrenden und Forscherinnen und Forschern innerhalb Europas. Die Mobilität im Bildungsbereich trägt auch dazu bei, die europäische Identität zu stärken, da Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen in Kontakt kommen und ein besseres Verständnis für die Vielfalt innerhalb der Union entwickeln. Kultur und Tourismus profitieren ebenfalls von der Interaktion verschiedener europäischer Kulturen und Traditionen. Dies fördert ein stärkeres europäisches Gemeinschaftsgefühl und Verständnis. Mobilität unterstützt auch den politischen Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den EU-Mitgliedstaaten. Indem Menschen aus verschiedenen Ländern miteinander in Kontakt treten, werden grenzüberschreitende Themen wie Umweltpolitik, Sicherheit oder Menschenrechte stärker diskutiert. Darüber hinaus fördert die Mobilität den Austausch über politische Systeme und die Entwicklung gemeinsamer Werte. Insgesamt trägt die Mobilität dazu bei, Barrieren zu überwinden, sei es auf wirtschaftlicher, sozialer oder politischer Ebene. Sie verstärkt die Verbindungen zwischen den Mitgliedstaaten und unterstützt die Entstehung eines gemeinsamen europäischen Marktes sowie einer engeren Zusammenarbeit in vielen Bereichen. Die Mobilität schafft ein Gefühl der Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen europäischen Gemeinschaft, was letztlich die europäische Integration stärkt.
IMPULS
Alexander Pertsovsky (Liveschaltung nach Kiew)
CEO Ukrainian Railways Ukrzaliznytsia
GESPRÄCH – Mobilität als Thema der Ungarischen EU-Ratspräsidentschaft 2025
Tibor Navracsics
Minister für öffentliche Verwaltung und Raumentwicklung, Ungarn
PODIUM
Kurt Bauer
Leiter Fernverkehr & New Rail Business, ÖBB-Personenverkehr AG, Österreich
Ralph Beisel
Hauptgeschäftsführer Deutscher Flughafenverband ADV, Deutschland
Ilka Dubernet
Kommissarische Abteilungsleiterin Verkehrsmärkte & -angebote, Institut für Verkehrsforschung, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Deutschland
Vera Hofbauer
Leiterin Sektion Verkehr, Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, Österreich
Åsa Ågren Wikström
Mitglied Regionalparlament Västerbotten, Vorsitzende der Scandria-Alliance, Schweden
MODERATION
Michael Kretz
Geschäftsführer und Chefredakteur MeinBezirk Salzburg, Österreich
WORKSHOP
Krieg der Worte – Desinformationskampagnen gegen europäische Demokratien
Montag, 29. September 2025
17.15 Uhr
Salzburg Congress
Auerspergstraße 6, 5020 Salzburg
In Kooperation mit der Konrad-Adenau-Stiftung Wien.
Die Bedrohung demokratischer Prozesse und gesellschaftlichen Zusammenlebens durch Desinformation und hybride Angriffe nimmt rasant zu. Insbesondere intensiviert sich FIMI (Foreign Information Manipulation and Interference) seitens russischer Akteure. In dem interaktiven Workshop sollen aktuelle Ziele, Narrative, Strategien und Akteure diskutiert und Gegenmaßnahmen eruiert werden.
SPRECHER
Markus Schwinghammer
Experte für Informationsmanipulation und hybride Bedrohungen, DisInfo Consulting Wien, Österreich
MODERATION
Michael Stellwag
Politischer Referent, Multilateraler Dialog der Konrad-Adenauer Stiftung in Wien, Österreich
Montag, 29. September 2025
20.00 Uhr
Augustiner Bräu Kloster Mülln
Lindhofstraße 7, 5020 Salzburg
Seit dem Jahr 1621 – also seit 400 Jahren – gibt es das „Bräustübl“, die größte Biergaststätte Österreichs. Das Bier kommt aus Holzfässern und wird in Steinkrügen ausgeschenkt, dazu gibt es die passenden traditionellen Speisen. In geselliger Runde gibt es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Salzburg Europe Summit die Möglichkeit zu interessanten, zwanglosen Gesprächen und zum Netzwerken. Das Bräustübl ist ein Ort der Begegnung, der Tradition – ein Stück lebende Geschichte im Zentrum des Salzburger Weltkulturerbes.
BEGRÜSSUNG
Helmut Falschlehner
Mitglied des Vorstands des Instituts der Regionen Europas (IRE)
MUSIKALISCHE UMRAHMUNG
Musikensemble Danica, Leitung Zoran Šijaković
DIALOG V
Die Zukunft der Kreislaufwirtschaft
Dienstag, 30. September 2025
09.00 Uhr
Salzburg Congress, Europasaal
Auerspergstraße 6, 5020 Salzburg
Eine Veranstaltung im Rahmen der EUSALP Präsidentschaft Österreich-Liechtenstein (EUSALP: EU-Makroregionale Strategie für den Alpenraum.
In Kooperation mit dem Bundesministerium für Europäische und Internationale Angelegenheiten, Österreich.
Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft ist eine zentrale Priorität für Europa, um Umweltprobleme anzugehen, die Abhängigkeit von Ressourcen zu verringern und nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum zu fördern. Im Gegensatz zum traditionellen linearen Modell „nehmen, produzieren, entsorgen“ setzt die Kreislaufwirtschaft auf ein regeneratives System, in dem Ressourcen so lange wie möglich genutzt, Abfälle minimiert und Materialien wiederverwendet oder zu neuen Produkten recycelt werden.
Auf europäischer Ebene bilden der Europäische Grüne Deal und der Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft (CEAP) das Rückgrat der politischen Bemühungen, diesen Wandel voranzutreiben. Die EU strebt bis 2050 Klimaneutralität an, wobei die Kreislaufwirtschaft als unverzichtbar für die Erreichung dieses Ziels gilt. Wichtige Zielbranchen sind Kunststoff, Elektronik, Textilien, Bauwesen und Ernährungssysteme. Die EU unterstützt Innovationen, Ökodesign, Abfallreduzierung und die Entwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle durch Förderungen und gesetzliche Rahmenbedingungen.
Die EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP) vereint sieben Länder (Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Liechtenstein, Slowenien und Schweiz) sowie 48 Regionen innerhalb des Alpengebiets. Die Region ist aufgrund ihrer ökologischen Vielfalt, starken Industrie und tourismusabhängigen Wirtschaft einzigartig. Gleichzeitig stellen die bergige Geografie und die damit verbundenen Umwelt- und Logistikherausforderungen den Wandel zur Kreislaufwirtschaft sowohl dringend als auch komplex dar. Derzeit wird die EUSALP-Präsidentschaft gemeinsam von Österreich und Liechtenstein wahrgenommen. Unter ihrer Leitung liegt der Fokus auf der Stärkung der regionalen Zusammenarbeit zur Förderung nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung, mit besonderem Schwerpunkt auf der Förderung der Kreislaufwirtschaft. Zu den Prioritäten gehören die Förderung von Innovationen zur Ressourceneffizienz, die Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im nachhaltigen Tourismus sowie die Unterstützung von KMU bei der Einführung zirkulärer Geschäftsmodelle.
Im Kontext von EUSALP wird die Kreislaufwirtschaft als strategisches Instrument gesehen, um:
• natürliche Ressourcen und Landschaften zu schützen,
• die regionale Zusammenarbeit und Innovation zu fördern,
• die lokalen Wirtschaften, insbesondere in ländlichen und bergigen Gebieten, zu stärken,
• Abfall und CO₂-Emissionen zu reduzieren.
Trotz zunehmender Dynamik steht der Wandel zur Kreislaufwirtschaft in der EUSALP-Region vor Hürden wie regulatorischer Fragmentierung, mangelndem Bewusstsein und eingeschränktem Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten für KMU. Eine fortgesetzte Zusammenarbeit zwischen regionalen Regierungen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen ist unerlässlich.
Für die Zukunft wird die Integration von Kreislaufwirtschaftsprinzipien in regionale Entwicklungsstrategien, öffentliche Beschaffung und Bildung der Schlüssel sein, um die Kreislaufwirtschaft in der Alpenregion und darüber hinaus Wirklichkeit werden zu lassen.
BEGRÜSSUNG
Josef Schöchl
Abgeordneter zum Salzburger Landtag und Mitglied des IRE-Vorstands
ERÖFFNUNG
Harald Stranzl
Botschafter, Koordinator EUSALP, Österreichisches Außenministerium
PODIUM
Werner Balika
Innovation Salzburg GmbH und Bioeconomy Austria, Österreich
Sebastian Gann
Direktor für Nachhaltigkeit der ZUMTOBEL Gruppe, Österreich
Christian Hutterer
Forschungsleiter AustroCel Hallein GmbH, Österreich
Tamara Myers
SDG Expert, SOURCE, Schweiz
Christine Vallaster
Strategie & CSR für Unternehmen im Bereich Kreislaufwirtschaft, Universität Salzburg, Österreich
MODERATION
Werner Sejka
Moderator Puls4, Österreich
EXKURSION
Betriebsbesichtigung Leube GmbH und Stiegl Brauwelt
Dienstag, 30. September 2025
ab 12.00 Uhr
Exkursion und Betriebsbesichtigung von Vorzeigeunternehmenmit Fokus auf Kreislaufwirtschaft.
Leube Zement GmbH
Produktion von Baustoffen mit geringster CO₂-Emissionen
STIEGL BRAUWELT
Kreislaufwirtschaft in der Brauerei- und Gastrowirtschaft
www.brauwelt.at
